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BÜCHER
FEBRUAR 06![]() Sarah Hall - Der Elektrische Michelangelo hierbei habe ich mich wieder einmal von den kritiken beeinflussen lassen. denn dieser roman wurde ausnahmslos hochgelobt. doch leider war es auch in diesem fall wieder einmal so: nicht jede meinung ist für alle leser gleichermaßen auschlaggebend. denn für mich war dieses buch eine einzige langweilige qual. keine ahnung, was sich die autorin dabei gedacht hat. nun gut, zu beginn scheint das buch noch realtiv vielversprechend. auch die stimmung vermag sarah hall gekonnt zu beschreiben. doch später, wenn die hauptperson dann in amerika gelandet ist, bleibt nichts als eine aneinanderreihung unsinniger, nichtssagender, ja gar langweiliger ereignisse, dessen zeuge ich einfach nicht werden wollte. das mir dieser roman nicht gefallen hat, mag auch andere gründe haben. schließlich hatte ich vorher sechs bände harry potter gelesen. natürlich bewegt sich hall's lektüre in einer ganz anderen liga. trotzdem habe ich einfach die freude am lesen vermisst. das gefühl, weiter lesen zu wollen, zu müssen. im gegenteil, ich musste mich zwingen, wieder ein paar seiten zu "schaffen". um dann nach wenigen minuten verzweifelt festzustellen, es bringt einfach nichts. sorry, dies ist nicht meine art von literatur. ein buch muss mich packen, muss mich fesseln und nicht mit langweiligen ereignissen nerven. BEWERTUNG: ***** buch bestellen bei amazon.de ![]() DER CLAN DER OTORI um eines vorweg zu nehmen, bin ich mittlerweile sehr überrascht, daß mir diese drei wunderbaren romane nicht schon viel früher aufgefallen sind. das mag daran liegen, dass sie wohl als jugendliteratur gelten und somit ausschließlich in den jeweiligen abteilungen der buchhandlungen zu finden sind. dort, wo man als "älterer" leser normalerweise gar nicht stöbert. und am ende bin ich außerdem der meinung, dass dies nur bedingt literatur für jugendliche ist. vom verlag ab einem lesealter von 14 jahren empfohlen sei diese trilogie an dieser stelle auch allen erwachsenen zu empfehlen. mit einigen voraussetzungen, man sollte von ein wenig fantasy nicht zurückschrecken und sich außerdem für das alte japan interessieren, denn dann wird man mit literatur belohnt, die lesenswerter nicht sein kann! um was geht es? um ehrlich zu sein, möchte ich nicht allzu viel verraten, denn erst, wenn man sich von den zahlreichen ereignissen überraschen lässt, wird man freude an diesen büchern haben. außerdem ist der inhalt der insgesamt knapp 1300 seiten sehr komplex, so dass es schwer fällt, eine befriedigende kurzangabe zu verfassen. nun gut, der grundplot: die geschichte beginnt mit einem jungen, er lebt zusammen mit seiner mutter und seinem stiefvater in einem kleinen bergdorf. das fiktive land (dem damaligen japan sehr ählich, aber dennoch erfunden) ist in drei teile aufgegliedert, wird von unterschiedlichen clans beherrscht. einer dieser herrscher ist der grausame iiada vom clan der tohan, der alles in bewegung setzt um herrscher über das gesamte land zu werden. alle, die sich ihm in den weg stellen, werden ermordet, genauso wie diejenigen, die seinem ziel ein dorn im auge sind. und so wird auch gerade erwähntes bergdorf, die bewohner zählen zu einer nicht gerade beliebten religionsgemeinschaft, ein ort von iidas grausamen angriffen. alle werden niedergemetzelt, das dorf verwüstet. durch glück und vor allem durch mut kann der kleine junge jedoch entkommen, flieht in den wald und wird dort von einem krieger beschützt und gerettet. wie sich herausstellt, ist dieser zu anfangs undurchsichtige held selbst ein clanführer, nämlich der der "otori". er nimmt seinen jungen schützling mit in sein land, dort soll er im sinne der otori erzogen werden. so lernt er vieles über die geschichte des landes, die vorangegangenen kriege. außerdem wird ihm natürlich das kämpfen beigebracht, der umgang mit dem schwert. seinen bisherigen namen soll er vergessen, von nun an heißt er takeo. langsam nimmt die handlung gestalt an, wenngleich von nun an unendlich viel passiert. die vielen fragen werden nur stück für stück beantwortet. beispielsweise warum der otori lord so weit vom eigenen land entfernt war um takeo zu "retten" und warum er ihn jetzt auch noch als seinen sohn adoptieren möchte. was hat es mit der geheimnisvollen gemeinschaft aufsich, die sich der "stamm" nennt und was hat takeo damit zu tun? woher kommen seine fähigkeiten sich unsichtbar machen zu können? warum kann er an zwei verschiedenen orten gleichzeitig sein und hört besser als ein hund? all dies gilt es zu entdecken. als nebenhandlung sei noch die wunderschöne kaede erwähnt, in die sich takeo sehr bald verliebt und die sein schicksal gefährlich ins wanken bringt ... wenn man so will, kann man diese trilogie schon fast als ein werk von epischen ausmaßen bezeichnen. so viel passiert, so viel ist miteinander verknüft. die ganze geschichte ist durchwegs durchdacht und wird so zum ende zu einem wunderbaren gesamtwerk. das ganze verfasst in einer anspruchsvollen sprache. so schafft es die autorin gleichermaßen perfekt schönheit wie auch grausamkeit zu beschreiben. ein gelungener kontrast beispielsweise von herrlichen landschaftsbeschreibungen zu den grausamkeiten, welche scharfe schwerter mit menschlichen körpern anstellen können. so ist dieses werk stellenweise schon sehr deutlich in seiner gewaltdarstellung. das passt natürlich zu der damaligen zeit, ist als jugendliteratur aber teilweise ganz schön harte kost. letztendlich kann ich, gerade zu dieser jahreszeit, diese drei bücher jedem nur ans herz legen. dies sind wunderbare schmöker, lesen sich weg wie nix und schaffen es, uns in eine andere welt blicken zu lassen ... Lian Hearn - Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille Lian Hearn - Der Clan der Otori - Der Pfad im Schnee Lian Hearn - Der Clan der Otori - Der Glanz des Mondes BEWERTUNG: ***** ![]() Hanns-Josef Ortheil - Die geheimen Stunden der Nacht ortheil, sicherlich vielen ein begriff. für mich waren „die geheimen stunden der nacht“ die erste annäherung mit diesem autor. und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. dieses buch ist eine wunderbar erzählte familiengeschichte und zugleich ein äußerst interessanter einblick hinter die kulissen eines buchverlages. ortheil berichtet uns von der familie van heuken. eine familie, die einen verlag ihr eigen nennt. über allem steht immer noch der vater, der patriarch. das übergeordnete verlagshaus leitet mittlerweile schon sein ältester sohn georg. ihn begleiten wir auch die meiste zeit der geschichte. georg hat zwei geschwister, die quasi für die sateliten zuständig sind, für eine art kleiner, aber nicht minder erfolgreicher, kleinverlage. alles scheint perfekt zu laufen. doch dann bekommt der vater einen herzinfarkt und liegt im krankenhaus. alles deutet darauf hin, dass er es nicht mehr verlassen wird. von nun an dreht sich alles um das erbe und wer am ende der glückliche nachfolger sein wird. wird es georg gelingen, seinen größten traum zu verwirklichen oder kommen ihm vielleicht doch noch seine geschwister in die quere? so beginnt eine überaus unterhaltsame geschichte, die vom anfang bis zum ende unglaublich süffig zu lesen ist und an keiner stelle auch nur ansatzweise langweilig daher kommt. es macht spaß dieses buch zu lesen. und wenn man weiß, dass ortheil sich den suhrkamp verlag als eine art vorbild für seine geschichte genommen hat, wird das ganze noch ein wenig interessanter. auch muss man kein literaturprofessor sein, um zu erkennen, dass sich hinter dem schrulligen autor wilhelm hanggartner kein anderer als martin walser verbirgt. ich nehme ortheil seine geschichte ab. es ist nachvollziehbar und scheint realistisch, was er da zu papier gebracht hat. dies ist jetzt nicht unbedingt ein meisterwerk von buch, aber wie schon gesagt, ein ungemein unterhaltsames stück deutscher literatur. ich kann diesen roman letztendlich nur jedem empfehlen! BEWERTUNG: ***** buch bestellen bei amazon.de ![]() Anne Holt - Was niemals geschah was krimis betrifft, gehe ich mittlerweile mit gemischten gefühlen an die auswahl von büchern heran. meist ist es doch immer und immer wieder das gleiche. eine leiche wird gefunden, der ermittler tappt im dunkeln, sucht und sucht und wird am ende meist doch fündig um den täter zu überführen. sind wir einmal ehrlich, was soll schon großartig "neues" in einem kriminalroman passieren. somit möchte ich auch keinem autor dieses genres irgendetwas negatives vorhalten. was ich allerdings nicht verstehen kann, wie man ausschließlich krimis lesen kann. wird das ganze nicht mit der zeit langweilig? trotzdem kann ich oftmals nicht anders, ich muss ab und zu einfach ein solches buch zur hand nehmen. diesmal also anne holts neuestes werk. und? was soll ich berichten? klar: eine leiche wird gefunden, der ermittler tappt im dunkeln, sucht und sucht und wir am ende -- HALT --. mehr sollte an dieser stelle nicht verraten werden. nur so viel, auch wenn der rest des buches wieder einmal alle klischees erfüllt, so hebt sich der schluß doch von anderen krimis ab. und das macht "was niemals geschah" dann doch lesenswert. auch schreibt anne holt recht ansprechend, wenn das buch auch stellenweise seine längen hat. trotzdem, hier bekommt man gut gemachte spannungsliteratur vorgesetzt. für fans des genres sicherlich ein highlight. BEWERTUNG: ***** buch bestellen bei amazon.de ![]() Bret Easton Ellis - Lunar Park "bret easton ellis" - gibt es überhaupt jemanden, der noch nichts von diesem autor gelesen hat? sollte dies zutreffen, dann wird "american psycho" wenigstens jedem ein begriff sein. ich habe dieses buch seinerzeit kurz nach der veröffentlichung gelesen. und es ist mir selbst jetzt, jahre später, mulmig im magen, wenn ich daran denke. vor allem darüber nachdenke, wie ich diesen roman heute bewerten würde. zum einen hat man es hier sicherlich mit einer grandiosen milieubeschreibung der 80er jahre in amerika zu tun, weiß nach dem buch sicherlich alles darüber, was seinerzeit in sachen musik, klamotten, trends, restaurants, etc. in den gehobenen kreisen gerade "in" war. doch das leben von patrick bateman hat noch eine zweite seite. und hier wird auf übelste weise gemordet. etwas vergleichbar brutales konnte ich bisher übrigens nicht mehr lesen. und so stellte man sich letztendlich doch die frage, ob dieser autor nun einfach eine gesunde phantasie hatte oder ob er total durchgedreht war! an manchen stellen sollte sich selbst dem abgebrühtesten leser der magen umdrehen. es ist mir auch heute noch ein rätsel, warum dieses buch für jugendliche zu bekommen ist. aber genug von "american psycho", wer diese detaillierte beschreibung aus dem leben eines serienkillers noch nicht gelesen hat, sollte es jedenfalls tun, denn ohne eine eindeutige empfehlung auszusprechen, dies ist umbestritten ein werk, das man gelesen haben sollte. warum diese lange einleitung? weil die hauptperson des vorletzten bret easten ellis-buches auch in seinem neuen werk eine große rolle spielt. aber nicht nur das. denn das buch beginnt quasi als eine art autobiografie. der ich-erzähler ist diesmal der autor selbst und er berichtet uns auf 50 seiten, was in seinem bisherigen leben so alles passiert ist. man liest das ganze sehr gespannt, ist fasziniert wie auch erschüttert von bret's leben. denn am ende schafft er nur mit hilfe seiner frau den absprung. hätte er seinen lebenswandel weiter so exzessiv fortgesetzt, wäre er sicherlich nicht mehr in der lage gewesen, sein neuestes buch, "lunar park" zu verfassen. je nachdem wie viel wahrheit nun wirklich in diesem autobiografischen teil stecken mag, von nun an ändert sich das ganze jedenfalls zur fiktion. in interviews hat easton ellis zugegeben, dass er einmal eine art stephen-king-roman schreiben wollte und das trifft letztendlich auch sehr gut zu. so begleiten wir den erzähler auf einen fabelhaft ersponnenen trip, auf dem er nicht nur mit seiner eigenen vergangenheit und gegenwart zu kämpfen hat, sondern auch mit dem ein oder anderen übernatürlichen "monster". und das macht spass! so gar sehr großen. zwar ist easton ellis ruhiger geworden, nicht mehr so deftig, vor allem was die brutalität betrifft, trotzdem hat er seinem stil nicht abgeschworen. das buch liest sich in einem rutsch, es ist schlichtweg fabelhaft gemachte trash-literatur, die ungemein unterhaltsam ist. die spannung wird durchwegs aufrecht erhalten und geht sogar soweit, dass man dem helden seine hilfe anbieten möchte. dass man all den anderen sagen will, glaubt ihm halt endlich einmal. er ist zwar immer auf drogen oder alkohol, aber er bildet sich das ganze nicht ein. schließlich sind wir als leser ja hautnah dabei. oder täuscht man uns auch? ist dieses buch letztendlich doch eine art drogenrausch, dem wir beiwohnen? mehr sei nicht verraten. alle fans von bret easton ellis werden dieses buch sowieso lesen, allen anderen sei dieser umstrittene autor an dieser stelle empfohlen. BEWERTUNG: ***** buch bestellen bei amazon.de ![]() John Updike - Landleben da ist er wieder - der "große" updike. doch ist der autor in diesem fall wirklich so groß? oder wird er letztendlich nur hochgelobt und gelesen, eben weil er so bekannt ist? in diesem fall bin ich mir sicher, niemand hätte diesem roman, wäre er von einem unbekannten autor geschrieben worden, auch nur einen funken anerkennung zukommen lassen. ich konnte bis zu diesem zeitpunkt noch nicht viele kritiken zu "landleben" finden, kann die großen lobeshymnen aber schon vor mir sehen. und wenn dem so sein wird, dann werde ich das ganze wohl mit einem kopfschütteln über mich ergehen lassen. denn dieses buch ist leider das nutzloseste, welches ich in letzter zeit lesen durfte, fast muss ich schon sagen "musste". klar, ich hätte nach hundert seiten aufgeben können, wollte aber dann doch nichts verpassen. trotzdem hat man bei manchen büchern schon von anfang an das gefühl, dies ist nichts für einen. und so ging es mir. für mich ist updikes roman nichts anderes als ein sinnloser, langweiliger rückblick auf das sexleben eines alten mannes. damit wäre die handlung eigentlich im groben schon erzählt. liest man den klappentext, hat man den gesamten plot schon hinter sich gelassen. so geht es schlichtweg nur um das eine, um sex. vanessa, faye, karen, phillys, julie, eigentlich ganz egal, wie sie alle heißen mögen. jedes kapitel ähnelt dem anderen oder besser gesagt, jeder teil spielt in einer anderen zeit, die frau hat einen anderen namen, das endergebnis bleibt allerdings das gleiche. der protagonist buhlt um eine neue flamme, hat meist keinerlei schwierigkeiten, legt sie flach und fertig. auf ins nächste kapitel. was soll der quatsch? sorry, wenn ich das so direkt sagen muss, aber für mich macht dieses buch den eindruck als würde sich ein alter schriftsteller an sein sexleben zurück erinnern um dabei nocheinmal eine erektion zu bekommen. und das nervt gewaltig. ich lass mich auch nicht belehren, dass dies wunderbare literatur ist. im gegenteil, obwohl sich das gesamtthema nur auf geschlechtsverkehr reduziert ist dies letztendlich aber auch das einzige, auf das man wartet. was owen sonst noch so treibt ist hier doch wirklich nebensache. und sind wir mal ehrlich, ist es wirklich interessant zu wissen, welche läden und geschäfte in einer kleinstadt zu finden sind? ist es wichtig zu wissen, wann die erste computermaus erfunden wurde? vielleicht interessieren diese dinge den ein oder anderen. hier dienen sie meiner meinung nach lediglich dazu seiten zu füllen. der versuch, die spannung bis zu nächsten ejakulation ein wenig zu steigern. für mich ist dies jedenfalls alles zu platt. mir fehlen in diesem buch gefühle. warum betrügt der held alle frauen? was empfindet er dabei? warum geht letztendlich immer alles gut? all diese dinge werden nur nebenbei angedeutet. wie gesagt, hier bezieht sich alles lediglich auf das sexleben von owen. und das macht das buch, wenn man sich traut das zu sagen, am ende zu einer art softporno. und sind wir mal ehrlich, hier interessieren wir uns doch auch nicht für die handlung ... einzig und allein das ende lässt dann ein wenig sinn und gefühl aufkommen. aber das möchte ich hier nicht verraten, alle die dieses buch lesen wollen brauchen doch wenigstens einen kleinen anreiz ... 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