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BÜCHER DEZEMBER 05




Joey Goebel - Vincent

gerade mal 20 jahre alt war der amerikaner joey goebel als er diesen roman schrieb. und somit muss man vorab vor allem mal eine großes "respekt!" aussprechen. denn vor allem die grundidee ist genial, denn sie passt so wunderbar in die heutige zeit. um was geht es? ein alter, krebskranker medientycoon stellt eine eliteschule auf die beine. hier sollen begabte kinder gefördert werden um noch begabter zu werden. den besten wird ein persönlicher manager zur seite gestellt, der ihr schaffen überwacht. ziel des ganzen ist es, den "künstlern" leid zuzufügen, denn unter diesen schwierigen umständen sollen sie angeblich noch besser arbeiten ...

berichtet wird uns dieses geschichte von harlan. er ist einer dieser manager, sein schützling der junge vincent, den er über jahre hinweg begleitet und die ganze zeit über quält wo es nur geht. als vincent noch ein kind ist tötet er seinen hund, später erzählt er ihm, er habe eine schwere krankheit und wird daran sterben. zwischendurch macht er ihm jedes erdenkliche liebesglück mit dem weiblichen geschlecht madig, indem er jede beziehung regelrecht kaputt macht. vincent hat also kein besonders angenehmes leben. doch meist ist er zu naiv und hat zu viel vertrauen zu seinem manager und freund, dass er die ganzen angriffe auf sein glück gar nicht richtig bemerkt. erst am ende dreht sich der spieß um. mehr sei aber nicht verraten ...

"vincent" ist ein lesenswerter roman. denn vor allem beschäftigt sich dieses buch mit der derzeitigen mediensituation. und hier spricht mir joey goebel quasi aus der seele. denn geht man mit offenen augen durchs leben, so wird man erkennen, dass man heutzutage mit so unendlich viel müll überhäuft wird, dass es teilweise schon fast unerträglich erscheint. was soll man also tun? ganz klar. fernseher und radio zum fenster raus werfen. denn dann hat man genügend zeit für ein gutes buch. dieses hier zum beispiel.

BEWERTUNG: ****
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Wibke Bruhns - Meines Vaters Land

die auseinandersetzung mit der eigenen herkunft, rekonstruktion einer familiengeschichte und vor allem die suche nach dem eigenen vater macht wibke zum hauptthema ihres buches. lange hatte sie ihren ihr unbekannten vater (er wurde von den nationalsozialisten hingerichtet, als wibke sechs jahre alt war) als person nicht an sich herangelassen, doch eine zufällige videoaufzeichnung des damaligen schauprozesses, in dem ihr vater verurteilt wurde, brachte die emotionale wendung. 

so also entstand dieses buch, das zunächst mit der kurzen einführung über die entstehungsgeschichte beginnt. dann legt wibke los mit der familiensaga, die mitte des 19. jahrhunderts anfängt und weder poltitische lage noch soziale stimmungen auslässt. leider auch nicht ihren ständig presenten erhobenen zeigefinger. denn wenn wibke eines gern macht, dann dieses: ihre ahnen permanent entweder politisch/gesellschaftlich zu rechtfertigen oder empört zu tadeln. und das nervt. denn wenn selbst der (meist vollständig) zitierte briefwechsel nicht ohne wibkes unterbrechungen für sich stehen kann und sogar hier noch völlig überflüssig dazwischenmoralisiert wird, möchte man innerlich inständig um ruhe bitten. denn eigentlich ist das buch eine faszinierende entwicklungsgeschichte deutschlands auf dem weg zum nationalsozialismus, aufgezeigt am gutsituierten kleinstädtischen wirtschaftsbürgertum im 19. und frühen 20. jahrunderts. die familie klamroth lässt einen in persönlichen briefwechseln an persönlichen stimmungen teilhaben, man staunt über die begeisterung für kriegsspiele, kaiser und großen gesellschaften, judenhass und den schwierigkeiten beim jungen liebesglück. wibkes vater hans-georg wird geboren, und man begleitet sein aufwachsen parallel zu den politischen veränderungen. er ist soldat im ersten weltkrieg, er verliebt sich, er heiratet, bekommt vier kinder, betrügt endlos seine frau. und dann wird er zusammen mit den attentätern der verschwörung des 20. juli in berlin-plötzensee hingerichtet. 

extrem akribisch sind die fakten zusammengetragen,und man kann sich das leben der familie (auch dank der beigefügten bilder) lebhaft vor augen führen. wenn man einige der persönlichen einschübe von frau bruhns einmal beiseite lässt und auch etwas auführlichere politische beschreibungen nicht langweilig findet, ist das buch eine wirklich gute geschichtskunde und eine kritische auseinandersetzung mit einer familie, die trotz weltoffenheit ohne moralische bedenken sowohl für den kaiser ihre kinder in den krieg schickte und dann hitler akzeptierte. insofern eine pflichtlektüre für geschichts- und gesellschaftsinteressierte leser.
(Gastkritik von Kirsten Krümmel)

BEWERTUNG: ***
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Haruki Murakami - Afterdark

murakamis neues buch erzählt von nur einer nacht. und vergleichbar mit einer regieanweisung beim film beobachten wir die ereignisse mit einer art schwebender kamera. was wird gezeigt? verschiedene personen, die im laufe der zeit unterschiedliche erlebnisse zu bewältigen haben. nach und nach verknüpfen sich all die dinge miteinander. die einzelnen geschichten ergeben am ende ein wunderbares bild dieser einzigen nacht.

viel mehr möchte ich an dieser stelle gar nicht verraten. mir hat "afterdark" außergewöhnlich gut gefallen. vor allem weil es murakami schafft, die nächtliche stimmung der großstadt tokio fabelhaft darzustellen. auch die protagonisten sind durchwegs interessante typen, mit denen man sehr gerne mal eine nacht verbringt. lesenswert!

BEWERTUNG: ****
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Haruki Murakami - Kafka am Strand

bei diesem buch bin ich leider geteilter meinung. das erste drittel gehört zu dem besten, was ich bisher gelesen habe, dann wurde mir das ganze zu strange, zu fantasievoll, zu undurchsichtig. dabei konnte ich mich zu beginn sehr gut auf murakamis geschichte einlassen ...

an seinem 15. geburtstag beschließt kafka tamura von zu hause wegzugehen. seine mutter hat ihn, zusammen mit seiner schwester, verlassen. zu seinem vater hat er keine sonderlich gute beziehung. er will weg und tut dies auch. setzt sich in einen bus und fährt in die nächstbeste stadt. unterwegs begegnet er den unterschiedlichsten personen die bei seinen abenteuern helfen und begleiten. so trifft er schon im bus eine junge frau, die ihm später zu ersten sexuellen erfahrungen verhilft. er landet in einer art privatbibliothek, in der er bald arbeiten und sogar wohnen darf. ständig ist er auf der suche nach seiner mutter und schwester und sucht sie in den vielen menschen, die ihm begegnen. so stellt sich ihm beispielsweise die frage, ob saeki, die geheimnisvolle leiterin der bibliothek, nicht vielleicht seine mutter sein könnte?

in der nebenhandlung lernen wir nakata kennen. zu kriegszeiten, bei einem mysteriösen vorfall im wald, fiel der junge nakata in eine art koma. als er erwacht, kann er sich an nichts mehr erinnern. aber auch alles, was er bisher erlernt und gewußt hatte ist gelöscht. wie ein leeres blatt papier. jetzt im alter, hält sich nakata durch sozialhilfe über wasser. außerdem hat er einen interessanten nebenjob. er ist eine art privatdetektiv und kümmert sich um entlaufene katzten. das kann er besonders gut, denn obwohl alles andere vergessen, kann er plötzlich mit katzen sprechen …

es ist sehr schwer, die handlung dieses romans zusammenzufassen. dies wäre nur möglich, wenn man viel davon verrät. und das möchte ich nicht. denn gerade in diesem fall ist es der besondere reiz, sich auf all die skurrilen episoden einzulassen. natürlich führen die beiden handlungsstränge irgendwann zueinander, so viel sei am ende noch verraten. doch wie und warum, das muss man selbst entdecken. und sich letztendlich auch selbst vorstellen, denn für mich gab es leider keine richtige aufklärung. der autor hat mich leider mit etwas "unwissen" aus der lektüre entlassen. vielleicht war mir es mir dann mit all den phantasien, die einem hier aufgetischt werden, doch etwas zu viel. eine einigermaßen plausible erklärung all der ereignisse wären mir persönlich lieber gewesen …

trotzdem, dies ist ein wunderbares buch. für alle, die gerne spannende und vor allem phantasievolle literatur lesen. der roman ist gespickt mit unvergesslichen sequenzen und personen. eindeutig eine leseempfehlung!

BEWERTUNG: ****
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Tom Wolfe - Ich bin Charlotte Simmons

das ist er - tom wolfe's dritter roman. lang erwartet stürzen sich natürlich alle kritiker darauf. und sehr oft konnte man größtenteils negative meinungen lesen. vieles davon stimmt sicherlich, vor allem was die klischees betrifft. denn dieser roman ist vollgestopft damit. alles hat man schon einmal gelesen oder gesehen. und trotzdem - ich finde diesen roman schlichtweg wunderbar!

um was geht es? vorrangig um das mädchen charlotte. sie lebt in einer kleinstadt, die man ungestraft als "kaff" bezeichnen könnte. sie ist unbestritten das beste beispiel für den begriff "mauerblümchen". die eltern relativ arm, die mutter religionsbesessen und vor allem altmodisch und spießig. was bleibt der armen charlotte in diesem umfeld anderes übrig als sich hinter ihren büchern zu verkriechen. und was passiert - sie wird jahrgangsbeste und bekommt ein stipendium an der (fiktiven) elite-universität dupont. dort geht es allerdings anders zu, als sich es charlotte erträumt hätte. denn auf dem campus geht es vorrangig mehr um zwischenmenschliche beziehungen, als um das lernen. angesagt ist man hier, wenn man beliebt ist, nicht wenn man gute noten hat. und nach diesen regeln hat charlotte logischerweise erstmal verloren. doch dann nimmt alles sehr schnell eine positive wendung. denn der beliebteste junge und mädchenschwarm der uni hat ein auge auf das kleine ding vom lande geworfen. charlotte ist hin und weg. es ist sicherlich kein geheimnis, wenn man verrät, dass sie wohl sehr bald zutiefst enttäuscht werden wird. auch alle anderen geschehnisse könnte man hier erzählen. denn so gut wie alles ist von klischees behaftet und vorhersehbar.

nun stellt sich natürlich die frage, warum man dies überhaupt lesen soll? ist es nicht einfacher, den fernseher einzuschalten um sich serien wie "beverly hills, 90210", "dawsons creek", "o. c. california" oder teenie-filme im stil von "die eine oder keine" oder "10 dinge, die ich an dir hasse" reinzuziehen, als ein über 1 kilo schweres, 800 seiten dickes buch zu lesen ... die frage ist letztendlich schwer zu beantworten. denn der inhalt ist in etwa das gleiche. trotzdem macht der roman wahnsinnig viel spaß. er liest sich wie in einem rutsch und man verliert keine seite über das interesse an den erlebnissen der protagonisten. ich denke auch, dass all die kritker oftmals mit einem zu hohem anspruchswunsch an bücher herangehen. warum darf es nicht einfach mal ein fabelhafter unterhaltungsschmöker sein? ist literatur nicht auch dazu da, in andere welten einzutauchen? und dann - warum nicht mal in die großartige campus-welt, wie tom wolfe sie hier beschreibt. es muss nicht immer alles einen hochbrisanten politischen hintergrund haben. es gibt auch menschen, die einfach nur leben. und das tun diese jugendlichen hier. sie versuchen ihr leben in den griff zu bekommen, mit allen problemen, die dazu gehören. vor allem natürlich auch dinge, wie die suche nach der großen liebe und erste sexuelle erfahrungen. das hat jeder schon einmal erlebt, oder noch vor sich. warum sollte man nicht davon erzählen dürfen?

ich habe mich von keiner negativen kritik zu wolfe's neuem roman davon abbringen lassen, ihn zu lesen. und ich bin froh darüber. denn dies ist wunderbare literatur. wolfe lädt uns ein, das campusleben zu beobachten und er macht es perfekt. mit großer liebe zum detail. außerdem, wer schafft es schon, mit 75 jahren, sich so wunderbar in die gedanken, freuden, ängste, wünsche und sehnsüchte von teenagern hineinzuversetzen? mir fallen hierzu nur wenige autoren ein. aber umso mehr, die es zwar versucht haben und daran gescheitert sind. wolfe ist dies jedenfalls nicht passiert und ich kann jedem nur diesen wunderbaren roman empfehlen.

BEWERTUNG: *****








Cees Nooteboom - Paradies verloren

zwei dinge haben mich dazu gebracht, dieses buch zu lesen. vorrangig das wunderbare cover. gestaltet wurde es von hermann michels und regina göllner, die meiner meinung nach zu den derzeit besten gestaltern zählen, was bucheinbände betrifft. denn hier wurde mit einfachsten mitteln und vor allem mit viel gefühl für typografie und bildauswahl ein fantastischer schutzumschlag entworfen. auch das folgende buch von christa wolf wurde von den beiden gestaltet. wunderbar.
dies aber nur nebenbei. der zweite kaufgrund war sicherlich die vorstellung in elke heidenreichs sendung "lesen!". ich bin ja ehrlich, ich sehe die sendung immer mit großem vergnügen. und zu 90% kann man sich wirklich auf frau heidenreich verlassen. weil sie eine andere art von buchkritik betreibt. sie schafft es, das schöne an büchern zu entdecken, die lust am lesen zu erwecken. so dass man am ende das gefühl hat, was diese frau da vorstellt, kann man wirklich lesen. auch ich vertraue meistens auf ihre meinung. leider wurde ich in diesem fall etwas enttäuscht. denn dieser roman gab mir gar nichts. ich fand ihn, um ehrlich zu sein, langweilig. vielleicht war ich einfach nicht in der stimmung, kann auch sein. denke ich mir übrigens oft, wenn mir bücher nicht gefallen. aber was nooteboom hier schreibt ist nichts besonderes. und mir gefällt auch die art und weise nicht sonderlich "wie" er es schreibt. mir blieb zu vieles im dunkeln. alles wurde mir zu kunstvoll erzählt. so dass man ständig auf der hut sein muss, angestrengt liest, um ja nichts zu verpassen, was dann am ende völlig egal gewesen wäre.

der erste teil des buches war für mich nahezu eine qual, hier kam einfach keine spannung auf. nein, für mich war das ein langweiliger reisebericht einer frau nach australien. sie wurde vor einiger zeit vergewaltigt und versucht nun in dem neuen land und mit hilfe ihres splins nach engeln, die ganze sache zu vergessen. erst der zweite handlungsstrang, und das auftreten einer neuen person, war dann etwas spannender. weil man wissen möchte, wie die beiden episoden zusammenfließen und auf welche art und weise sich die beiden jetzt kennenlernen. wie das ganze passiert, möchte ich jetzt aber doch nicht verraten.

nootebooms buch ist sicherlich und ganz und gar keine schlechte literatur. ich bin mir sicher, es gibt leser, die diese kleine geschichte wunderbar finden werden. mir persönlich war das ganze leider etwas zu undurchsichtig geschrieben. ich habe es einfach nicht geschafft, mich in die ereignisse hineinzuversetzen. das kann aber auch daran liegen, und ich bin ja ehrlich, ich habe weder sonderlich großes interesse an australien noch an engeln. ich gestehe - keine gute vorraussetzung für diesen kleinen roman.

BEWERTUNG: **
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Christa Wolf - Mit anderem Blick

mit dieser sammlung von erzählungen erscheint das werk von christa wolf erstmals im suhrkamp verlag. für alle, die noch nichts von der autorin gelesen haben, ist dies sicherlich eine art "best-of-buch". alle anderen werden enttäuscht sein, da alles, bis auf eine erzählung schon einmal veröffentlicht wurde.
für mich ist christa wolf jedenfalls neuland und ich weiß nicht so recht, was ich von ihr halten soll. ich denke einfach, ich bin im falschen alter zum verständnis ihrer texte. ich konnte mich ehrlich gesagt nicht sonderlich in ihre schreibweise hineinversetzen. das heißt nicht, diese geschichten wären schlecht, nein, sie sind nur nicht für mein leseempfinden geschrieben. teilweise scheint mir wolf's stil zu dick aufgetragen, ja schon übertrieben kunstvoll. manche erzählungen hätten mich sicherlich ebenso überzeugen können, wären sie ganz "normal" formuliert gewesen. trotzdem, dies ist ein gutes buch zum kennenlernen von christa wolfs texten. noch dazu mit einem wunderbar gestalteten schutzumschlag.

BEWERTUNG: **
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Steve Tesich - Ein letzter Sommer

noch einmal eine empfehlung von elke heidenreich. selten habe ich sie so begeisternd von einem roman sprechen hören. selten hat sie ein buch mehr gelobt wie dieses. ein großes meisterwerk in ihren augen. ich denke allerdings, man sollte nicht zu sehr übertreiben.
was aber keineswegs heißen soll, dass wir es hier nicht mit wunderbarer literatur zu tun haben. die geschichte über freundschaft, liebe, familie und verlust gehört sicherlich zu dem besten, was in letzter zeit geschrieben wurde. in letzter zeit ist gut, denn der roman ist mittlerweile zwanzig jahre alt. und so muss man den verlag "kein & aber" schon loben, dass er sich getraut hat, dieses werk nach so langer zeit ins deutsche übersetzen zu lassen. letztendlich sicherlich eine kluge entscheidung. und auch ich wünsche diesem buch viele leser.

"ein letzter sommer" erzählt zu beginn über die freundschaft von drei jungen. sie haben gerade die schule beendet. vor ihnen liegt ein weg in ein neues leben. und jeder von ihnen wird einen anderen weg einschlagen. der dicke billy findet eine ebenso dicke freundin und bleibt in der "langweiligen" kleinstadt. larry kann davon nichts mehr sehen. nach einer affäre mit einer verheirateten frau verlässt er die stadt und wird zum kriminellen. daniel, der ich-erzähler weiß ersteinmal nicht, was er machen soll. er genießt seinen letzten sommer und lernt die hübsche rachel kennen. sie wird zu seiner ersten großen liebe. doch rachel bereitet ihm alles andere als eine glückliche beziehung. sie scheint die ganze zeit über verstört. daniel gelingt es nicht aus ihr schlau zu werden. zunächst jedenfalls nicht.

vorrangig ist dieses buch also eine liebesgeschichte. und für mich eine ganz und gar wunderbare. denn sie ist nicht von klischees behaftet. außerdem zeigt sie vor allem die grausamen seiten der liebe. wie im richtigen leben auch. so bedeutet verliebtsein nicht immer nur "schmetterlinge im bauch" zu haben. im gegenteil, das wahre gesicht der liebe zeigt sich oftmals später, eben wenn es um sehnsucht und liebeskummer geht. dann kann sich das blatt sehr schnell wenden und man tut dinge, die man normalerweise nicht tun würde. so wie unser held daniel. so ist "ein letzter sommer" vor allem ein sehr trauriges buch. es hat die ganze zeit über eine unglaublich melancholische stimmung. vor allem wenn man noch die nebenhandlung mit einbezieht. denn neben dem verlust der liebe geht es außerdem noch um den verlust eines menschen. und zwar um daniels vater, der schwer an krebs erkrankt ist. selten habe ich eine solch intensiv erzählte sterbeszene gelesen. und da hat frau heidenreich schon recht. dies kann nicht jeder. dies ist wirklich großartige literatur. wie gesagt, es ist immer schwer, ab wann man etwas als meisterwerk bezeichnet. ein meisterwerk ist dieses buch für mich nicht, aber dennoch fabelhafte literatur. lesen!

BEWERTUNG: *****



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