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TAUSENDUNDEINE
NACHT
neu übersetzt von CLAUDIA OTT
Website
zum Buch
Gebundene Ausgabe
687 Seiten
Beck
ISBN: 3406516807
EUR 29,90
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bei amazon.de
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KURZBESCHREIBUNG
Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste
arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen
Lesern zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt uns mit einer Frische
und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden,
daß man meint, Schahrasad selbst zu hören. Nicht mehr ein europäischer
Orientalismus spricht durch Tausendundeine Nacht zu uns, sondern endlich
der Orient selbst. Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen
sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder
aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien,
der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und
klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen.
Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen.
Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen,
exotischen Orientbildes. Dieses Orientbild geht allerdings nicht unmittelbar
auf Tausendundeine Nacht zurück, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert
von Europäern in die verschiedenen Übersetzungen und Sammlungen hineingetragen.
Zudem wurden die Erzählungen dem europäischen Geschmack angepaßt, indem
die zuweilen derbe Ausdrucksweise und unverblümte Erotik des Originals
durch einen biederen Märchenstil ersetzt wurden. Nachdem Muhsin Mahdi
1984 die weitaus älteste Handschrift aus dem 14./15. Jahrhundert ediert
hat, ist es jedoch möglich, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht
in einer von allen Übermalungen, Ausschmückungen und Prüderien der letzten
Jahrhunderte freien Form kennenzulernen.
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MEINUNG
eigentlich sollte man denken, über dieses buch gibt es nicht viel zu sagen.
jeder kennt es, viele haben es gelesen. zum beispiel meine freundin. für
sie war "tausendundeine nacht" der einstieg in die literatur.
seinerzeit war sie begeistert von diesem werk, konnte nicht aufhören zu
lesen. an jedem erdenklichen ort hatte sie das buch dabei, nicht einmal
beim essen war eine pause möglich. jetzt, jahre später hat sie mich dazu
gebracht, das buch zu lesen. und ich war wohl ebenso begeistert, wie sie
vor langer zeit. dabei ist diese vorliegende fassung eine ganz und gar
andere ...
denn die übersetzerin claudia ott macht die älteste arabische fassung
dieser geschichten erstmal dem deutschen publikum zugänglich. in den übersetzungen,
die wir bisher von "tausenundeine nacht" kennen, wurden zum
teil dinge weggelassen, das betrifft vor allem die sprache wie auch manche
inhalte, die ganz und gar nichts mit kinderliteratur zu tun hat. hier
verfällt der leser schon eher in das erotische genre, manche erzählungen
sind sogar ganz schön deftig beschrieben. im gegensatz dazu muss man widerum
auf "ali baba" oder "aladdin" verzichten. diese eigentlich
bekanntesten teile des buches waren in der urfassung nicht vorhanden und
wurden erst jahrhunderte später hinzugefügt. so sind es letztendlich auch
nur 282 nächte, denn genau an dieser stelle bricht das manuskript ab ...
es ist nicht jedermanns sache, märchen zu lesen. doch in diesem fall sollte
man es einfach tun. denn dieses buch ist so ungemein lesenswert und vor
allem unterhaltsam. die sprache ich fantastisch. blumig, reich an details
und atmosphäre. es macht wahnsinnig spaß, dieses buch zu lesen. an dieser
stelle ein riesiges lob an die übersetzerin claudia ott, die hier fabelhafte
arbeit geleistet hat. zum einen hat sie wohl den klang der alten geschichten
perfekt getroffen und das ganze widerum wunderbar in unsere heutige sprache
übertragen.
es gibt eigentlich nur eine kleinigkeit anzumerken. irgendwann war es
mir einfach zu viel mit königen, königssöhnen und -töchtern, mit dämonen
und all den anderen unzähligen personen die in diesem ungemein weit verzweigten
texten vorkommen. dies soll allerdings kein grund sein, dass buch nach
der hälfte in den schrank zu stellen. nein vielmehr sollte man "tausendundeine
nacht" als eine art lesebuch ansehen. somit eignet sich dieses werk
wunderbar um es auf den nachttisch zu legen, damit man jeden abend ein
paar seiten von diesem bezaubernden text lesen kann. allerdings kann es
dann schon einmal passieren, dass es einem so geht wie dem könig, dass
man am ende der nacht traurig das buch zuschlägt und gespannt einschlummert,
schon den folgenden abend mit diesen worten im ohr: und als die nächste
nacht gekommen war, sagte dinarasad zu ihrer schwester schahrasad: "ach,
schwester, ich beschwöre dich bei gott, wenn du nicht schläfst, so erzähle
uns doch eine deiner schönen geschichten, mit der wir uns diese nacht
vertreiben können." "mit vergnügen", erwiderte schahrasad.
[bs | juni 2004]
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BEWERTUNG: *****
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