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![]() DIE WOCHE MIT SARA von CARL JONAS LOVE ALMQVIST Gebundene Ausgabe 160 Seiten KINDLER ISBN: 3463404575 EUR 14,90 bestellen bei amazon.de - KURZBESCHREIBUNG Auf einer Schiffsreise über den Mälarsee sieht der junge Sergeant Albert eine hübsche junge Frau und verliebt sich in sie. Doch all seine Versuche, die junge Damme kennen zu lernen, schlagen fehl: Sara läßt ihn abblitzen. Sie wirft sogar ein Geschenk von ihm, einen Ring, den er einem einfachen Bauernmädchen auf dem Schiff abgekauft hat, in hohem Bogen über die Reling. Erst bei einem Landgang kommen sie sich näher. Doch die Glasmeisterstochter Sara Videbeck ist nicht nur eine anziehende, sonder auch eine erstaunliche Frau, die den Sergeanten mit ihrem Benehmen irritiert und in den Bann zieht. Sie besteht darauf, ihr Essen selbst zu bezahlen, sie schlägt Albert vor, zusammen in dem einzigen noch freien Zimmer der Herberge zu übernachten,und sie hält ein flammendes Plädoyer für die freie Liebe. - MEINUNG eigentlich erscheint dieser kleine roman vorrangig als liebesgeschichte. es geht um einen jungen sergant, der auf einer schiffsreise eine hübsche frau kennenlernt. er verliebt sich sofort in sie, holt informationen über sie ein und versucht ihr den hof zu machen. doch die tochter eines glasermeisters lässt ihn ersteinmal eiskalt abblitzen. allerdings gibt albert nicht so schnell auf. hinter seiner uniform versteckt wirkt er alles andere als symphatisch, nein im gegenteil, er ist ein widerlicher und arroganter typ. ganz im gegenteil zu sara, die uns von anfang an sehr nett erscheint. eigentlich ist sie der held dieser geschichte. denn sie nimmt schon bald die zügel in die hand und lässt albert stück für stück an sich heran. allerdings nicht mit einer einstellung, die zur damaligen zeit "normal" gewesen wäre. jedenfalls kommen sich die beiden näher. als das schiff in einer kleinen stadt halt macht, teilt sich sara mit dem sergant das letzte freie zimmer an land. das mag heute nicht unbedingt als problem gelten, doch zu der zeit, in der der roman spielt, waren solche entscheidungen wohl sehr ungewöhnlich. auf dem weiteren verlauf der reise verliebt sich albert immer mehr in seine sara, muss aber bald erkennen, dass er sich ein zusammenleben mit dieser frau wohl ganz anders vorgestellt hat. im grunde genommen ist diese kleine liebesgeschichte nichts wirklich besonderes. natürlich ist alles ganz nett geschrieben und man verfolgt gespannt, wie sich die beiden näher kommen. das entscheidende an diesem buch ist wohl die einstellung, die der autor seiner heldin überträgt. denn sara appeliert an die "freie liebe". ihr vater war ein mensch, der seine familie nicht gut behandelt hat. auch in anderen ehen hat sara entdeckt, dass es wahrlich kein garant dafür ist glücklich zu sein, nur weil man sich das eheversprechen gegeben hat. im gegenteil, war eine frau ersteinmal verheiratet, so war sie ihrem ehemann regelrecht ausgeliefert. sie hatte keine rechte und einzig und allein der mann hatte das sagen. so etwas möchte sara nicht. nach dem tod ihres vaters und einer schweren krankheit ihrer mutter ist sie es, die den glasbetrieb übernommen hat. sie ist erfolgreich in ihrem gewerbe und arbeit hart dafür. all dies möchte sie nicht aufs spiel setzen. sie möchte keinem mann die macht über sich und ihr hab und gut überlassen. sie will auf eigenen beinen stehen. sie hat sich ihr leben aufgebaut und kein mann soll ihr das alles kaputt machen. almqvist hat diesen roman im jahre 1839 veröffentlicht. man kann wohl gut vorstellen, was er mit damit ausgelöst hat. heute würde man sagen, der mann hat ja recht. man kann auch ohne die ehe glücklich zusammenleben. doch zu der damaligen zeit wurde der autor von allen seiten nur beschimpft und verachtet. und dieser hintergrund macht das buch zu etwas so besonderen! dass sich ein mensch getraut hat, die "heilige ehe" in frage zu stellen und seine einstellung auch noch aller öffentlichkeit mit einem roman vorlegt. dieser mut ist wirklich unblaublich. trotzdem muss ich gestehen, dass ich während dieser lektüre nicht unbedingt spass beim lesen hatte. dazu war mir die sprache einfach zu "altbacken". es ist einfach ein wenig anstrengend, sich in die ausdrucksweise und das verhalten der menschen zur damaligen zeit hineinzuversetzen. doch der hintergrund und das thema dieser geschichte, macht "die woche mit sara" zu einem ganz besonderen kleinen stück literatur, dass man nicht verpassen sollte... [bs | 9. mai 2004] - BEWERTUNG: ***** |
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