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SAKRILEG
von DAN BROWN
Gebundene Ausgabe
605 Seiten
Lübbe
ISBN: 3785721528
EUR 19,90
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KURZBESCHREIBUNG
Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte ? Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkelin des ermordeten Kurators. Von ihr erfährt er auch, dass der Kurator der geheimnisumwitterten Sions-Bruderschaft angehörte ? ebenso wie Leonardo da Vinci, Victor Hugo und Isaac Newton. Bei ihren Recherchen stoßen Robert und Sophie immer wieder auf verborgene Zeichen und Symbole in den Werken Leonardo da Vincis, die zum einen auf den Heiligen Gral hindeuten, zum anderen die These stützen, dass Jesus Christus und Maria Magdalena einen gemeinsamen Sohn hatten. Beides würde die Grundfesten der Kirche erschüttern. Erschwert wird die Suche der Wissenschaftler durch das Eingreifen der mysteriösen Organisation Opus Dei, die Roberts und Sophies Erkenntnisse unter allen Umständen unter Verschluss halten möchte ? und dabei auch nicht vor Mord zurückschreckt.
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MEINUNG
immer wieder ärgere ich mich darüber, daß bücher auf den vorderen plätzen der bestsellerliste stehen und dies eigentlich nicht verdient haben. daß es sich oftmals um schlechte literatur handelt und diese nur aufgrund übertriebener werbung hoch gepuscht wird. somit vermeide ich es im normalfall einen sogenannten "bestseller" zu lesen. aber manchmal ändere auch ich meine regeln und gebe dem ein oder andern buch eine chance. in diesem fall also "sakrileg".
und zu meiner überraschung fand ich dan browns neuen thriller wirklich äußerst gelungen...
"illuminati" sollte jedem, der sich mit spannungsliteratur beschäftigt, ein begriff sein. ich habe viel über das buch gehört und fand die story an den haaren herbeigezogen. bisher habe ich es nicht geschafft es zu lesen. vielleicht werde ich es demnächst einmal nachholen, denn dieser dan brown schreibt wirklich gut. und vor allem unheimlich spannend. ob es sich hier um anspruchsvolle literatur handelt sei dahingestellt. eines aber ist sicher, es ist unbestritten wunderbare unterhaltungsliteratur.
ganz zu beginn stellt sich mir allerdings die frage, wer auf die bescheuerte idee kam, den äußerst passenden originatitel "the da vinci code" zu verwerfen und den roman unter dem namen "sakrileg" auf die deutschen ladentische zu bringen. die einzige erklärung die ich dafür habe ist, dass man das cover optisch an "illuminati" angleichen konnte und somit auch der letzte dummkopf erkennt, dass ihr großer meister dan brown eine neues werk veröffentlicht hat. nun gut, ich finde den umschlag grottenhäßlich, aber wie es in einer rezension ganz passend bemerkt wurde: man muß ihn beim lesen ja nicht ansehen...
was bietet uns also der inhalt? bei einem werk dieser art muss man vorsichtig sein, um nicht zu viel von der geschichte zu verraten. denn dies wäre wirklich gemein. somit versuche ich mich auf ein paar andeutungen zu beschränken. das buch bietet jedenfalls so ziemlich alles, was der geübte action-, bzw. thriller-leser erwartet. mord, verschwörungen, einige verfolgungsjagden, einen pfiffigen helden und vor allem eine hübsche begleitung für diesen sollte nicht fehlen. zum glück hat brown auf eine schwülstige liebesgeschichte verzichtet. die hauptpersonen kommen sich zwar im lauf der handlung sichtlich näher, zu mehr reicht es zum glück nicht. wie auch, denn eigentlich haben sie zum turteln gar keine zeit.
um was geht es aber? der beginn der story ist sehr einfach und simpel. der direktor des louvre, ein mann namens jacques sauniere, wird ermordet. hauptverdächtiger ist der symbolologe robert langdon. eigentlich ist der amerikaner nur kurz wegen eines vortrages in paris. durch einige unglückliche ereignisse und indizien wird er wie ein schwerverbrecher von der französischen polizei gejagt. auf seiner unfreiwilligen flucht hilft ihm aber die enkelin des verstorbenen direktors. mit den beiden helden erleben wir von nun an quasi eine intelektuelle schnitzeljagd. denn sauniere hat vor seinem tod einige rätsel ausgelegt, die die zwei zu lösen haben. viel mehr darf man eigentlich nicht verraten, denn gerade dies würde einen großteil der spannung zunichte machen. nur so viel sei noch erwähnt: es geht letztendlich um die suche des "heiligen grals". der ermordete war zeit seines lebens großmeister der sions-bruderschaft, die es sich zur aufgabe gemacht hat, das geheimnis des "grals" zu schützen...
manche werden jetzt laut aufstöhnen und denken, nein nicht schon wieder eine geschichte über den heiligen gral. hatten wir das nicht schon in so manchem buch und film. ja, hatten wir. zuletzt vielleicht in spielbergs "indiana jones und der letzte kreuzzug". an einigen stellen hat mich der held ein wenig an "indi" erinnert, auch wenn dieser wohl eher mit worten und wissen anstatt mit fäusten schlagfertigkeit beweist. bisher bin auch ich (ich oute mich hiermit als unwissend) davon ausgegangen, der heilige gral wäre ein "kelch". dan brown ist da anderer meinung. denn was man uns bisher über den gral aufzutischen versuchte, entspricht wohl keinesfalls der wahrheit. wahrheit oder erfindung? das habe ich mich während dieser lektüre oft gefragt. vielleicht macht dies auch einen teil der qualität des romans aus. daß man sich allzu oft fragt, ist das nun wirklich alles wahr, was dieser typ einem da unterjubeln möchte? ich glaube brown ist nicht blöde und ich bin mir ziemlich sicher, dass er vor dem schreiben seines buches genauestens recherchiert hat.
leider sieht der hintergrund dieses thrillers wirklich so aus, als hätte man ein bisschen von indiana jones, ein wenig von scorsese's "die letzte versuchung christi" geklaut. aber dies wäre nur eine unterstellung. und selbst, wenn sich der autor von diesen themen hat inspirieren lassen, so ist doch meiner meinung nach, ein recht eigenständiges werk entstanden. und am ende glaubt man ihm sogar seine verschwörungstheorien. und man ist davon überrascht, in da vinci's bild "das letzte abendmahl" wirklich eine frau (seine frau?) an der seite von jesus zu sehen.
die mischung des buches, zwischen wirklich spannenden und informativen elementen, ist wirklich gelungen. ähnliches hat beispielweise schon umberto eco mit seinem "foucaultschen pendel" versucht. doch hier hatte ich das problem (nun gut, es ist lange zeit her, dass ich es gelesen habe), dass man schon fast ein lexikon neben sich liegen haben muss, um die hintergründe genaustens zu verstehen. somit ist für mich dan brown eine art eco für die "dummen". denn er bringt uns seine theorien in leicht verständlichen sätzen näher. und das hat gleichermaßen einen sehr unterhaltsamen wie auch informativen wert. etwas bei einem thriller lernen, wo bekommt man so etwas schon?
wie schon bemerkt, ist dieser roman unglaublich spannend. hierzu behilft sich dan brown allerdings einem recht simplen wie auch gemeinen hilfsmittel, dass man beispielsweise aus dem fernsehen kennt. nämlich dem ach so ärgerlichen "cliffhanger". am ende jedes kapitels macht der autor eine andeutung über etwas, was wir natürlich unbedingt erfahren wollen. erst ein paar seiten später wird einem ein teil der interessanten details verraten. und so hinterhältig dies auch sein mag, eines schafft er, er hält uns davon ab, das buch zur seite zu legen und macht es somit zu einem sog. "pageturner".
letztendlich muss ich also zugeben, dass mir die derzeitige nummer eins der bestsellerliste unheimlich spaß gemacht hat. dieses buch kann man ohne einschränkung empfehlen. wenigstens all denjenigen, die gerne spannende thriller lesen. und in diesem genre ist es vollkommen egal, ob es sich um hochgeistige literatur handelt. die diskussionen darüber, ob dan brown nun ein guter autor ist oder nicht, kann man sich getrost sparen. natürlich kann man ihm einige dinge vorhalten. wie ich beispielsweise der meinung bin, dass brown zwar teilweise recht heikle themen anspricht, dann aber scheinbar den mut verliert, diese auch bis zum ende durchzuziehen. so macht das buch manchmal den eindruck, als habe brown ab einem gewissen punkt die bremse getreten um nicht den ein oder anderen "organisationen" über die füße zu fahren... aber wie gesagt, man kann das buch bestimmt zerreißen, über die wahrheit der hintergründe nachdenken, über browns sprache und vielleicht auch über die teilweise etwas blass gezeichneten personen. doch am ende muss man leider zugeben, dies ist ein wirklich gutes und vor allem überaus spannendes buch, dass sich in einem zug wegliest und welches einfach die perfekte unterhaltungslektüre ist.
[bs | april 2004]
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BEWERTUNG: *****
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