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POMPEJI
von ROBERT HARRIS

Gebundene Ausgabe
380 Seiten
HEYNE
ISBN: 3453877489
EUR 20
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KURZBESCHREIBUNG

Im Sommer des Jahres 79 n. Chr. kommen wie eh und je die Reichen und Schönen aus Rom in den Süden, um in ihren Villen am Meer Feste zu feiern und Intrigen zu spinnen. Doch dann bebt die Erde, und der mächtige Aquädukt Aqua Augusta, der das Wasser von den Hängen des Vesuv zu den Küstenstädten führt, versiegt. Die Vorboten einer ungeheuren Katastrophe legen sich wie ein Schatten über die Idylle. Attilius, aus Rom entsandter neuer Wasserbaumeister, muss den Schaden beheben. Die Zeit drängt. Wasser bedeutet nicht nur Leben, sondern für den skrupellosen Geschäftsmann Ampliatus vor allem Geld und Macht. Ausgerechnet dessen Tochter Corelia deckt eine Verschwörung auf und bittet Attilius um Hilfe. Die beiden werden eingeschüchtert und bedroht, aber die wahre Bedrohung können sie sich so wenig ausmalen, wie Millionen andere Küstenbewohner. Attilius eilt nach Pompeji einer Apokalypse entgegen.

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MEINUNG

als ich anfing, dieses buch zu lesen, war es auf platz eins der deutschen bestsellerliste. außerdem wurde es in jeder erdenklichen zeitschrift und in unzähligen reviews mehr als hochgelobt.
irgendetwas muss doch dran sein, wenn so gut wie ALLE ein buch empfehlen. scheinbar nicht! denn weder das lob noch die hohen verkaufszahlen sind in diesem fall ein garant für gute literatur! dieses buch ist eines der schlechtesten, die ich in letzter zeit gelesen habe.

als im jahr 1992 der roman "vaterland" von robert harris erschien, war ich sehr begeistert! ein wirklich gutes buch! ein thriller, der ein äußerst interessantes thema als hintergrund hatte.
auch dies war für mich ein kaufargument. aber es scheint, als sei das neue werk des britischen erfolgsautors ganz und gar nicht für mich geschrieben...

andere mögen mit dieser art von literatur etwas anfangen können - ich konnte es nicht! und meine enttäuschung ist umso größer, weil ich mich wirklich darauf gefreut habe, endlich mal wieder ein spannendes buch zu lesen, welches man nicht mehr aus der hand legen kann. weit gefehlt! dieser roman ist schlicht und einfach unendlich langweilig! von anfang an hätte ich mir mehr "drive" gewünscht. wie soll eine geschichte, die so dermaßen träge beginnt, den leser über knapp 400 seiten fesseln?
vielleicht ist der einzige grund, warum ich den roman nicht nach 100 seiten enttäuscht in die ecke gefeuert habe, das interesse daran, ob es nicht doch endlich einmal besser wird... oder die tatsache, dass es weh tut, ein 20 euro teures buch ungelesen zurück ins regal zu stellen. ich hätte es tun sollen. denn kein geld der welt kann vergeudete zeit wieder gut machen!

um was geht es in diesem buch? kurz gesagt um den untergang von "pompeji". also ähnlich wie bei der "titanic" ist das ende schon vorher bekannt. doch harris versucht (!) um das drama herum eine geschichte aufzubauen.
und der held dieser geschichte ist ein junger wasserbaumeister mit dem wohlklingenden namen attilus. dieser wird von rom aus gesandt, um sich um den beschädigten aquädukt "aqua agusta" zu kümmern. der bisherige aquarius ist spurlos verschwunden und attilus übernimmt seine aufgabe. doch leider eckt er an allen stellen nur an. womöglich auch wegen seines alters. niemand scheint ihm seine fähigkeiten abzukaufen. und dies scheint auch die ganze zeit über das hauptproblem unseres helden zu sein. zum beispiel erfahren wir von machtspielchen zwischen ihm und dem aufseher corax. ein streitgespräch jagt das andere und schon kurz darauf geht einem dies wahnsinnig auf die nerven. will uns der autor etwas erzählen oder versucht er mit diesen endlosen streiterein die fehlende handlung zu vertuschen?

dies konnte ich auch an anderen stellen des buches feststellen. wir lesen unendlich lange beschreibungen über die sitten der römer, über die badehäuser, über das was sie den ganzen tag über tun, was sie essen, was sie trinken. herrje, dies ist ja alles ganz nett, aber nicht, wenn man wissen möchte, wie die geschichte weiter geht. natürlich sollte einem das ganze interessieren, und harris hat sich unbestritten unendlich viel mühe bei seinen recherchen gemacht. aber wenn dabei die eigentliche handlung des buches vergessen wird, dann fängt es an, mich zu ärgern. hätte man all die langen beschreibungen vom leben der römer weggelassen, es wäre sicherlich nur eine kurzgeschichte im umfang von 60 seiten übrig geblieben...

einige sequenzen sind ja ganz nett und auch wirklich sehr blumig beschrieben, aber muss es sein, dass jeder schritt einer personen mit einer halben seite einleitung über den ausblick auf das meer, den blauen himmel, die davonfliegenden vögel verlangsamt wird? ich mag stimmungsvolle erzählungen, aber in diesem fall waren sie unendlich störend und vor allem langweilig. auch harris' eigentlich eher simple sprache kann dies nicht überzeugend vermitteln. er schafft es meiner meinung nach einfach nicht, das ganze lebendig werden zu lassen. auch die personen waren mir zu schwach gezeichnet.

trotz der gerade erwähnten einfachen sprache hatte ich so manche probleme am ball zu bleiben. das lag vor allem auch an dem riesigen personal, welches am ende mit der ganzen handlung so gut wie nichts zu tun hatte. attilus, plinius, pedius, pompanius, popidus, brittilus und wie sie alle heißen. wer soll sich denn da noch zurecht finden?

es tut mir leid, dieser roman ist einfach nichts für mich. ich freue mich für alle, die es interessant fanden, dieses buch zu lesen. die eigentliche geschichte ist einfach zu flach. ja fast nicht vorhanden. man könnte sie mit wenigen sätzen erzählen.
auch die liebesgeschichte ist lächerlich. was hier beschrieben wird, hat nichts mit liebe zu tun. auf diese hätte sich der autor schon ein bisschen mehr konzentrieren müssen. einmal gesehen und für immer verliebt, ohne auch nur ein paar worte gewechselt zu haben? so sehr, dass es nichts anderes mehr gibt im leben des tollen aquarius, als die frau, die er so unendlich liebt, vor dem bevorstehenden unheil zu retten? nein, entschuldigung, dies zeugt nicht von großer literatur! auch die in allen kritiken und im klappentext so unglaubliche verschwörung ist einfach lächerlich und nicht nachvollziehbar. auch der scheinbar vom autor gewollte versuch, einen bezug zu den ereignissen des 11. september in new york herzustellen wäre mir nicht aufgefallen, würden nicht alle besprechungen ach so deutlich darauf hinweisen...

ich bin ganz ehrlich und unterstelle dem autor, dass er bei all der genauigkeit und bei all den recherchen zum leben der römer und deren bauwerke, (in diesem fall die geniale erfindung der wasserleitungen) vergessen hat, sich eine plausible handlung einfallen zu lassen. vielleicht hätte er lieber ein sachbuch schreiben sollen und keinen roman! dieses buch kann weder begeistern noch fesseln, es war für mich eine qual es zu lesen. so etwas langweiliges und sinnloses hatte ich lange nicht mehr in den händen gehabt...

natürlich ist dies auch geschmacksache, und viele werden womöglich jetzt den kopf schütteln und nicht begreifen, warum ich dieses buch wirklich so schlecht fand. so kann ich nur sagen - kauft es und bildet euch eine eigene meinung. ich will dieses angebliche meisterwerk niemand madig machen. denn es gibt ja scheinbar wirklich unendlich viele leser, die von "pompeji" begeistert sind.

ich, für meinen teil, bereue im nachhinein jedenfalls jede minute, die ich mit dieser lektüre verschwendet habe und frage mich wirklich, wie all die positiven kritiken zustande gekommen sind. in manchen fällen gehe ich sogar so weit und werfe den kritikern vor, das buch überhaupt nicht gelesen zu haben. das ist dann nichts anderes als gute werbung und erklärt, warum dieser roman auf platz eins der bestsellerliste steht.

letztendlich kann ich nur jedem dem tipp geben, wenn euch das buch nach 150 seite immer noch nicht gefällt, hört auf es zu lesen - es wird leider nicht besser!!


[bs | februar 2004]

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BEWERTUNG: *****