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KÄSE
von WILLEM ELSSCHOT
Gebundene Ausgabe
150 Seiten
UNIONSVERLAG
ISBN: 3293003311
EUR 14,80
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KURZBESCHREIBUNG

Frans Laarmans ist bescheidener Büroangestellter auf einer Antwerpener Schiffswerft. Als er eines Tages zum Vertreter einer holländischen Käsehandelsgesellschaft ernannt wird, verantwortlich für die Gebiete Belgien und Großherzogtum Luxemburg, ist er überwältigt von seinem sozialen Aufstieg. Er lässt sich bei der Werft krankschreiben, richtet zu Hause ein Büro ein und bestellt zehntausend Edamer, vollfett. Doch das Leben als Geschäftsmann ist nicht so einfach, wie er es sich vorgestellt hat. Erst als die zwanzig Tonnen schwere Lieferung Käse im Lagerhaus liegt, Kiste über Kiste, dämmert es ihm. Und als sein Vorgesetzter, der brüske Herr Hornstra, seinen Besuch ankündigt, um die ersten Rechnungen zu begleichen, gerät Frans Laarmans in Panik.

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MEINUNG

um eines von anfang an vorweg zu nehmen, "käse" ist ein wunderbares buch. leider ist es oftmals einfacher ein buch zu kritisieren. über schlechte literatur lässt sich meist leichter etwas sagen als über gute. doch negative kritik hat willem elsschot auf gar keinen fall verdient.
das einzige wäre eine kritik an mir selbst, weil ich dieses wunderbare kleine buch noch nicht früher in die finger bekommen habe. doch dies möchte ich sogleich wieder vergessen, in dieser besprechung soll das wort negativ nicht mehr erwähnt werden. wohl eher das "lob" und dies gilt vorrangig dem "unionsverlag", der dieses fabelhafte buch neu aufgelegt hat.

elsschots erzählung wurde im jahre 1933 das erste mal veröffentlicht. und obwohl der text somit schon einige jahre auf dem buckel hat, bemerkt man dies beim lesen nicht. das ganze könnte genauso gut in der heutigen zeit spielen. dies gilt gleichermaßen für den inhalt, wie auch für die wunderbare sprache, die so "frisch" daherkommt, als wäre alles erst vor ein paar monaten geschrieben worden...

ein zitat auf dem umschlag hat es mir besonders angetan: "dieser roman beweist, dass man über alles ein meisterwerk schreiben kann, wenn man nur schreiben kann". wohl richtig, denn hier geht es, wie der titel unschwer vermuten lässt um "käse".
und um alle erwägungen auszuschließen, der inhalt des buches wäre, im übertragenen sinne" käse, nein hier geht es einfach um denselben. und das hätte sich der büroangestellte frans laarmans, der in einer belgischen schiffswerft arbeitet, wohl niemals vorstellen können. denn er hasst käse. er kann ihn nicht riechen, geschweige denn essen. und so beginnt diese unglaublich skurrile geschichte. denn laarmans wird mit hilfe eines "freundes" zum vertreter einer holländischen käsegesellschafft ernannt. zuständig ist er für ganz belgien und den raum luxemburg. und so träumt er schon nach gelungener vertragsunterzeichnung von seinem ganz großen aufstieg. zum glück ist seine frau der ganzen sache gegenüber nicht ganz so positiv eingestellt und rät ihrem mann sich erstmal krank schreiben zu lassen, anstatt den sicheren job bei der werft sofort zu kündigen. glücklicherweise ist frans' bruder arzt und der verschafft ihm eine krankmeldung über drei monate. also zeit genug für laarmans sein käseuniversum aufzubauen.

das ganze buch ist nichts weiter als eine wunderbare tragikkomödie. denn von anfang an wissen wir, oh weh, das ganze wird bestimmt nicht gut gehen. denn in seinem beruf mag laarmans sehr gut sein, von käse und von verkaufsgeschäften hat er nicht den geringsten schimmer... und so begleiten wir den helden dabei, wie sich als erstes sein büro einrichtet, wie er sich einen firmennamen ausdenkt. in der zwischenzeit erhält er die erste lieferung käse, nicht gerade wenig, nämlich zwanzig tonnen des guten vollfetten edamers. was nun? wie soll er das ganze unter die leute bringen? wird frans sich herablassen und mit seinem käse von haus zu haus, von laden zu laden gehen? um gottes willen, das kann er sich nicht erlauben, schließlich wäre in dieser zeit sein telefon nicht besetzt...

dies sollte als handlungsbeschreibung genügen. denn was laarmans sonst noch alles erlebt, darf jeder selbst erkunden. am ende kann ich nur nocheinmal jedem diese wunderbare kleine geschichte ans herz legen. es ist ein schmales buch von kaum mehr als 120 seiten. man kann das ganze also mal so nebenbei an einem abend lesen. und diese zeit sollte man sich dafür einfach nehmen!

[bs | mai 2004]

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BEWERTUNG: *****