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MADE
IN JAPAN
AKIRA KURODA
BROSCHIERT
160 Seiten
MAAS
ISBN: 3929010909
EUR 16
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bei amazon.de
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KURZBESCHREIBUNG
Shu, Shin, Takashi und Satoru haben eines gemeinsam: sie stehen auf
Clubbing, Musik, Manga, Sex, Konsumrausch, Drogen und Skateboards. Alle
vier haben ihre Kindheit in Amerika oder Europa verbracht, weil ihre
Väter die berufliche Karriere auf Kosten der Familie in den Vordergrund
gestellt haben. Als 17-jährige zurück in Japan erleben sie sich als
Elite, weil sie als "international" gelten, faktisch sind sie aber nur
Outsider, weil sie nicht mal der japanischen Muttersprache hundertprozentig
mächtig sind. Sie sind Jugendliche ohne Identität. Die Kids versorgen
Takashis Vater mit Drogen, der sich bei ihnen mit der Vorführung eines
Snuff-Videos revanchiert. Angegeilt sehen sie sich das Video an. In
einer langen Tortur wird ein kleiner Junge vergewaltigt und hingerichtet,
während die Kids vor der Glotze sitzen, kiffen und sich unterhalten.
Shu erinnert sich an seine Kindheit in Amerika, als er einem Sexualverbrechen
nur knapp entkam. Takashi bringt ihn auf die Idee, die Seiten zu wechseln,
Täter statt Opfer zu sein. Takashi wählt Shin als Opfer aus und Shin
findet die Idee gar nicht mal so schlecht ...
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MEINUNG
eigentlich wurde ich nur durch zufall auf dieses außergewöhnliche buch
aufmerksam. es ist gar nicht so leicht, eine vernünftige kritik darüber
zu schreiben. denn dieser roman ist wahnsinng brutal und stellenweise
überaus ekelig. wenn ich ihn mit einem satz beschreiben müsste, würde
ich sagen, dies ist eine mischung aus "trainspotting" und
"american psycho".
es geht um vier freunde. wobei freunde fast schon übertrieben ist. eigentlich
sind es einfach vier jugendliche, die zusammen rumhängen. sie fahren
skateboard, sind unheimlich durchgeknallt und nehmen ständig drogen.
zu beginn des buches beobachten wir die clique dabei, wie sie sich gerade
ein snuff-video reinzieht, bei dem ein kleines kind auf grausamste weise
misshandelt und dann getötet wird. das buch beginnt also quasi schon
mit einem paukenschlag mitten in die magengrube. und somit wird einem
sehr bald klar, dies ist nichts für zarte gemüter.
der roman ist sehr kurz, gerade mal 150 seiten lang. sonderlich viel
passiert eigentlich nicht. nur wenig bekommen wir über das leben der
vier helden mit, erzählt wird dies in kurzen rückblenden. und dann treibt
die story auch schon auf ihren höhepunkt zu. dieser ist leider, ähnlich
wie der anfang, ein grausamer mord ...
bei solch einer lektüre stellt sich einem natürlich schnell die frage,
warum liest man so etwas eigentlich? ist dies nicht literatur, die auf
den index gehört? warum können jugendliche in die buchhandlung rennen
und sich solch einen grausamen roman kaufen? bei filmen und und videospielen
wird selbst erwachsenen vorgeschrieben, was sie sich ansehen dürfen.
gilt dies bei der literatur nicht? wo tritt hier der jugendschutz in
kraft? oder soll man dieses buch wohl eher als abschreckung sehen?
nun gut, letztendlich braucht man sich ja nur einmal die nachrichten
ansehen, um entdecken zu können, welch übelste verbrechen tagtäglich
verübt werden. hat also die autorin selbst einen knacks weg, wenn sie
solch abscheuliche dinge der öffentlichkeit nahebringen möchte? diese
fragen stellen sich natürlich zwangsweise, während man das buch liest.
am ende sollte dann vielleicht doch jeder selbst entscheiden, ob und
warum er sich so etwas reinziehen möchte. und was uns die junge japanische
autorin mit dem buch sagen will. für mich ist es jedenfalls ein gelungenes
stück gegenwartsliteratur, die man sich ruhig einmal ansehen sollte.
es ist immer schwierig solch eine art von literatur zu empfehlen, deshalb
verzichte ich in diesem fall auf eine endgültige bewertung. schnell
wird man selbst als durchgeknallt hingestellt. egal, ich finde "made
in japan" trotzdem lesenswert, wenngleich sicherlich die meinungen
zu diesem werk auseinander gehen werden. ich sehe diesen roman eher
als abschreckung und bestandsaufnahme der welt, in der wir leben.
was ich trotzdem noch anmerken möchte, ist die preisgestaltung
für dieses buch. 16 euro für ein paperback ist eigentlich
eine bodenlose frechheit. darüber könnte ich mich aufregen
und da kann auch die zugegeben recht schöne aufmachung und außergewöhnliche
gestaltung nichts daran ändern. und wenn man dann als scheinbar
relativ unbekannter verlag eine bisher recht unbekannte autorin der
großen öffentlichkeit zugänglich machen möchte,
wäre dann nicht ein "normaler" preis die bessere lösung?
[bs | november 2004]
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BEWERTUNG: -
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