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NICHTS
ALS GESPENSTER
von JUDITH HERMANN
Gebundene Ausgabe
317 Seiten
S. Fischer
ISBN: 310033180X
EUR 12,50
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bei amazon.de
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KURZBESCHREIBUNG
Neue, wunderbare Geschichten von Judith Hermann. Enthusiastische Kritiken,
über 250.000 verkaufte Exemplare und Übersetzungen in 17 Sprachen ließen
ihr Debüt »Sommerhaus, später« zu einem der größten literarischen Erfolge
der letzten zehn Jahre werden. Judith Hermann fand, so Hellmuth Karasek,
den »Sound einer neuen Generation«. In »Nichts als Gespenster« entfaltet
Judith Hermann den ihr eigenen »unwiderstehlichen Sog« und »unergründlichen
Bann« (Neue Zürcher Zeitung) intensiver noch als zuvor. »Nichts als
Gespenster« - große deutsche Gegenwartsliteratur. (s. fischer.de)
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MEINUNG
mit ihrem debut "sommerhaus
später" gelang judith hermann der große durchbruch.
ihre geschichten wurden überall hochgelobt. sogar im "literarischen
quartett" und sogar von marcel reich-ranicki. jetzt vier jahre
später erscheint also ihr neues buch. wieder sind es geschichten
und wieder bekommt judith hermann von vielen seiten großes lob.
leider bin ich geteilter meinung. ich weiß nicht so recht, was
ich von ihren neuen erzählungen halten soll. ich finde sie nicht
von durchgehend guter qualität. manche geschichten fand ich erschreckend
unleserlich und sogar recht langweilig. es hat mir einfach keinen spaß
gemacht, sie zu lesen. ich denke, für judith hermann muss man in
der stimmung sein. man muss sich auf ihre gedanken und ihre sprache
einlassen. man braucht viel zeit, die texte zu lesen und somit auch
zu verstehen. und ich glaube, in solch einer stimmung war ich nicht,
als ich das buch gelesen habe.
zwei der geschichten fand ich allerdings sehr schön. dies ist die erste, mit dem titel "ruth (freundinnen)" in der erzählt wird, wie sich die hauptperson in den geliebten ihrer besten freundin verliebt. ein wirklich sehr schöne, kleine liebesgeschichte, die vor allem die gefühlswirrungen der heldin als thema hat.
und da ist noch "aqua alta", eine wirklich fabelhafte erzählung,
die mich regelrecht begeistert hat. ich denke, diese geschichte ist
schon den kauf des buches wert. sie handelt von einer 30jährigen
frau, die nach einer reise ihre eltern einen tag lang in venedig besucht.
das ganze drumherum, beispielsweise die kleinen peinlichkeiten, die
die erzählerin mit ihren eltern erlebt, dies alles ist einfach
herrlich geschrieben. alles ist sehr gut beobachtet und vor allem mit
einer unglaublichen atmosphäre geschildert. wunderbar!
der rest, sehr nett, aber nicht gerade umwerfend. aber wie gesagt, vielleicht
war ich einfach nicht auf solch eine literatur eingestellt. deshalb
habe ich mir auch vorgenommen, das buch zu einem anderen zeitpunkt nocheimal
aus dem regal zu ziehen.
auch habe ich den verdacht, dass die autorin oftmals zwanghaft versucht,
"außergewöhnlich" zu schreiben, indem sie den ganzen
erzählungen eine art "kunst" in der erzählweise
und im streibstil aufdrängen möchte. manche mögen so
etwas gut finden und eigentlich gebührt ihr hierfür auch der
allergrößte respekt. ich denke nur, die lesbarkeit leidet
in manchen fällen ein wenig darunter. und somit tritt das in kraft,
was ich schon erwähnt habe, man muss sich auf ihren streibstil
einlassen.
so weiß ich jetzt am ende leider nicht, ob ich "nichts als
gespenster" loben oder lieber davor warnen soll. vielleicht sollte
sich auch jeder selbst vom talent dieser jungen autorin überzeugen.
denn eines ist sicher "talent" hat sie!
[bs | februar 2004]
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BEWERTUNG: *****
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