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ABSOLUTE FREUNDE
von JOHN LE CARRÉ
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
List
ISBN: 347178098X
EUR 22
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KURZBESCHREIBUNG
Wieviel Politik ist heute noch möglich? Und wo verlaufen die neuen Frontlinien nach dem Ende des Kalten Krieges? Ted Mundy, Brite und Kenner der deutschen Literatur, ahnt, dass er in Schwierigkeiten steckt, als im Frühjahr 2003 Sasha vor ihm steht. Kennen gelernt hatten der schüchterne Engländer und der politische Charismatiker sich auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung in Berlin nur um sich nach den Tagen der Ernüchterung jenseits des Eisernen Vorhangs wiederzufinden: Sasha als vom Dogmatismus der DDR enttäuschter politischer Idealist, Ted als Reisender in Sachen britischer Kultur, der durch ihre Freundschaft unversehens zum hochkarätigen Mitglied des Britischen Geheimdienstes wird. Erst der Fall der Mauer bringt die so ungleichen Männer auseinander. Bis Sasha Jahre später angesichts des Irakkriegs an Teds politisches Gewissen appelliert und ihn mit einem rätselhaften und von großen Visionen beseelten Milliardär namens Dimitri zusammenbringt. Doch diesmal steht mehr auf dem Spiel als nur ihre Freundschaft. Denn die Welt hat sich grundlegend verändert und mit ihr das, was bislang als Wahrheit galt ...
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MEINUNG
aufmerksam wurde ich auf dieses buch durch einen beschreibung in der zeitschrift "literaturen". zu anfangs dachte ich mir, hmm john le carré in diesem heft, das passt doch irgendwie gar nicht. jetzt weiß ich warum. denn mit dem einleitenden satz von daniel kehlmann, der diese rezension verfasst hat, kann ich leider gar nichts anfangen. er schreibt: "john le carrés neuer roman "absolute freunde" ist spannend, excellent geschrieben, klug komponiert ..."
meiner meinung nach ist dieser roman weder toll geschrieben noch klug komponiert, geschweige denn "spannend"! und ich dachte immer le carré schreibt thriller. sind thriller nicht normalerweise ein garant für spannende unterhaltungsliteratur? vielleicht erhebt dieses buch einen ganz und gar anderen anspruch als ich dachte. ich habe nichts gegen romane, die beim lesen besondere aufmerksamkeit erfordern. leider bin ich nicht sonderlich davon begeistert, wenn ich mich auf einen spannenden thriller eingestellt habe. vielleicht ist das auch von anfang an der knackpunkt an der ganzen sache. denn womöglich ging ich mit einer komplett falschen einstellung an dieses werk heran.
für mich ist john le carrés schreibstil ganz und gar außergewöhnlich. ich muss gestehen, das dies das erste buch ist, welches ich von ihm lese. ich weiß also nicht, ob der autor immer so schreibt. in "absolute freunde" kommt man sich vor wie in einem traum. das ganze geschehen wird vollkommen undurchsichtig und schemenhaft erzählt. als würde man die ganze geschichte durch einen schleier betrachten. auf jeder seite hatte ich das gefühl etwas verpasst zu haben. ich musste mich unheimlich auf den text konzentrieren und es gelang mir einfach nicht in die handlung einzutauchen. von spannung also keine rede. eher fühlte ich mich beim lesen, als wäre ich nach 10 stunden schlaf aufgewacht, vollkommen müde und taub, mit einer leichten erinnerung an einen traum der vergangenen nacht. doch was hatte ich geträumt?
und genauso ging es mir mit dieser lektüre. nach über hundert seiten stellte sich mir die frage: was habe ich da eigentlich gelesen?
doch ich wollte eigentlich nicht aufgeben. es ist mir zuwider, ein buch ungelesen in den schrank zu stellen. sollte es diesmal das erste mal seit langem sein, dass ich aufgebe? es tut mir herzlich leid: JA! so sehr ich mich bemüht habe, ich konnte diesen roman einfach nicht zu ende lesen. dies ist literatur, die nicht für mich gemacht ist. und das schlimmste an der ganzen sache, ich muss immer noch verzeifelt darüber grübeln, warum um alles in der welt dieses buch SPANNEND sein soll? stellenweise, ja, da muss ich gestehen, hatte ich den eindruck, jetzt geht's los, jetzt wird's interessant. doch nach wenigen seiten war es auch schon wieder vorbei. als wolle le carré uns zeigen: ha! ich könnte schon spannende literatur verfassen, wenn ich denn nur wollte. aber scheinbar hatte er keine lust, seine worte in einem stil zu verfassen, der mich begeistern könnte ... natürlich bleibt mir jetzt die ungewissheit, ob alles vielleicht besser geworden wäre. doch wenn mir ein schriftsteller zweihundert seiten von einem vollkommen unbegreiflichen und unheimlich zähen stoff vorlegt, dann schafft er es auf den letzen seiten wohl auch nicht mehr, mich zu überzeugen ...
"john le carré" - diesen namen brachte ich bisher immer mit spannender unterhaltungsliteratur in zusammenhang. doch scheinbar hatte ich mich getäuscht! dabei wird "absolute freunde" von vielen seiten so hoch gelobt. angeblich sei dies le carrés bester roman. wenn dem so ist, dann brauche ich seine anderen werke gar nicht in die finger zu nehmen... in einer anderen buchzeitschrift stand: "schenken sie dieses buch ihrem besten freund, er wird sie dafür lieben!" ich glaube diese aufforderung spare ich mir, denn ich bin mir sicher, auch meinem besten freund würde dieses buch aus den händen fallen. nämlich auf den fußboden, weil er nach wenigen seiten darüber eingeschlafen ist. sorry, mr. le carré, ihre bücher sind einfach nicht für mich geschrieben ...
[bs | juni 2004]
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BEWERTUNG: *****
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