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FEEL
ROBBIE WILLIAMS von CHRIS HEATH

Gebundene Ausgabe
600 Seiten
ROWOHLT
ISBN: 3498029800
EUR 22,90
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KURZBESCHREIBUNG

Feel umspannt alle Aspekte von Robbie Williams' Leben: von Anekdoten über sein Leben als Teenager in Stoke bis zum ersten Erfolg mit Take That; von seinen ersten Gehversuchen als Solokünstler bis zu seinem Rekord im englischen Knebworth 2003, als an drei Tagen hintereinander jeweils 125.000 Zuschauer zu seinen Konzerten pilgerten. Die Idee zum Buch kam Robbie Williams zum ersten Mal, als er sich 2002 mit Chris Heath zu einem Interview traf. Williams spürte, dass Heath und er zusammen das beste und ehrlichste Buch schreiben würden. Fast zwei Jahre hat Musikjournalist und Autor Chris Heath gemeinsam mit Robbie Williams an "Feel" gearbeitet und ihn durch den Alltag begleitet. Entstanden ist dadurch eine einzigartige Nahaufnahme, die den Menschen hinter dem Star in all seinen Facetten zeigt.

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MEINUNG

warum muß heutzutage eigentlich jeder idiot, der nur ansatzweise denkt berühmt und dadurch interessant zu sein, eine biografie schreiben? vor allem leute, deren leben auch nur im geringsten interessant zu sein scheint? weil es gerade absolut in mode ist? oder ist der hauptgrund wohl der, daß man sich dadurch erhofft, noch mehr geld zu verdienen?

ich muß gestehen, daß mich der ganze dreck von vollidioten wie dieter bohlen, uschi glas und all den anderen gewaltig auf die nerven geht. noch schlimmer sind leute, die noch nicht mal ein leben hinter sich haben, über welches sie berichten könnten, ich denke dabei an den schrecklichen kübelböck oder anti-superstar-hinterwald-mofa-gang-bübchen alexander klaws. auch die ganzen sportbiografien von becker über ober-unsymphat effenberg bis hin zum buch von ulle - jan ullrich. hätte er sich lieber ein wenig mehr um sein training gekümmert, anstatt über seine langweilige jugend zu berichten! und sind wir doch mal ehrlich, wollen wir wirklich etwas über die klitschko-brüder erfahren? beim sport keinen erfolg mehr, die werbung mit ihnen ein brechmittel, denken sie jetzt wohl mit ihren memoiren wieder ins gespräch zu kommen?
was mich aber am meisten ärgert, wenn die promis dann auch noch zu bescheuert sind, ihre erlebnisse persönlich zu papier zu bringen. eigentlich sollte man sich dafür schämen!

man sieht, ich stehe dem ganzen biografie-hype sehr kritisch gegenüber. und trotzdem lese ich jetzt selbst so ein buch? nun gut, man muss natürlich das interesse der leser ein wenig berücksichtigen. es gibt halt einfach leute, die sich für das leben der promis interessieren. und der eine will halt etwas über sportler erfahren, der nächste über schauspieler und alle anderen möchten wissen, was sich denn im leben eines sängers so abspielt ... und bei allen bösen worten, die ich bisher loswerden musste, ist das letztendlich natürlich auch eine entscheidung, die man niemanden madig machen kann!

ich möchte mich jetzt nicht unbedingt als fan von robbie williams bezeichnen. um ehrlich zu sein, habe ich ihn sogar sehr lange regelrecht gehasst. aber mittlerweile habe ich eingesehen, daß der typ wirklich etwas drauf hat, daß er echt etwas kann und vor allem der perfekte entertainer ist. und somit habe ich auch mittlerweile ein wenig interesse an seinem leben.

nun zu meinem gerade erwähnten ärger, daß die promis nicht in der lage sind, selbst zu schreiben. und was muß ich sehen, auch bei mister williams steht ein zweiter name auf dem buchcover. doch nach wenigen seiten erkennt man, daß sich "rob" ganz gut aus der affäre gezogen hat. denn eigentlich handelt sich es bei "feel" nicht um eine autobiografie. nein, chris heath, ein musikjournalist, hat robbie zwei jahre lang begleitet. und das vorliegende buch ist quasi eine beobachtung des stars. aufgebaut ist das ganze ähnlich wie ein roman, und somit liest es sich auch recht angenehm. die zeit in der das buch beginnt, ist kurz vor dem erscheinen von williams letzten album "escapology". es endet kurz nach seinem legendären live-aufritt in knebworth.

um ganz ehrlich zu sein, die ersten 300 seiten habe ich richtig genossen. es hat mir unheimlich spaß gemacht, mal hinter die kulissen dieses ganzen geschäfts zu blicken. und noch dazu, ist robbie williams ja nicht unbedingt eine sonderlich langweilige person. es gibt immer etwas zu berichten. so erfährt man wirklich eine menge über das leben eines stars. über das harte business des musikgeschäfts, von studioaufnahmen, interviews, promotion auftritten, von konzerten und den parties danach. und man sieht ein, dass das leben eines promis gar nicht unbedingt so leicht ist, wie man es sich vielleicht oftmals vorstellt. paparazzi, die jeden schritt beobachten und festhalten, die damit verbundenen zeitungsberichte, in denen vieles erstunken und erlogen ist. je nachdem, was die presse gerade denkt, und vor allem was den verkaufszahlen förderlich sein könnte.

auch williams freizeit gestaltet sich nicht immer als highlight. natürlich hat er alle vorteile, die ein reicher mensch wohl haben wird. doch insgeheim muss es, beispielsweise in der liebe, nicht unbedingt besser klappen, nur weil man viel geld hat.
jedenfalls erfährt man in "feel" eine ganze menge über den mensch robbie williams. seine ängste, seine träume, seine fehler und macken. doch ist es wirklich etwas neues, was wir hier lesen? eigentlich nicht. denn wenn man sich ein wenig für williams interessiert, weiß man wohl das meiste schon. so erinnert das buch sehr stark an den film "nobody someday", der ähnlich einen einblick hinter die kulissen gewährt. nur eben ein paar jahre früher ...

trotzdem fand ich "feel" sehr unterhaltsam. das einzige, was ich dem buch ankreiden möchte, ist der umfang. irgendwann hat man einfach keine lust mehr. das ganze wiederholt sich. es gibt nichts mehr neues zu entdecken. und so fand ich die letzten 150 seiten dann reichlich zäh und langweilig. ich denke, dieses buch ist sowieso nur etwas für fans. und die werden es sicherlich lieben. alle anderen werden es sowieso im regal stehen lassen. oder womöglich doch lieber zu uschi glas greifen???

[bs | oktober 2004]

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BEWERTUNG: *****