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COSI FAN TUTTE
von ALAN BENNETT
Gebundene Ausgabe
96 Seiten
WAGENBACH
ISBN: 3803112133
EUR 11,90
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KURZBESCHREIBUNG

Bei der Heimkehr nach einem Besuch der Oper »Così fan tutte« finden Mr. und Mrs. Ransome - er Anwalt und Mozart-Liebhaber, sie Hausfrau - ihre Wohnung vollkommen leer geräumt vor. Dieses rätselhafte Ereignis wirft das Ehepaar unversehens aus der Bahn ihres wohlgeordneten Alltagslebens. Doch statt Verzweiflung, weil die Zahlung der Versicherung auf sich warten lässt und die Polizei die Einbrecher nicht findet, verspürt Mrs. Ransome ein neues, merkwürdig prickelndes Gefühl von Abenteuerlust und Lebensfreude. Eine kleine Geschichte voller Weisheit, sanfter Ironie und überraschender Wendungen

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MEINUNG

Die Geschichte ist schnell erzählt. Als das Ehepaar Ransome eines Abends von der Oper nach Hause kommen, muss es feststellen, dass es ausgeraubt worden ist. Der Leser denkt sich nun, naja, das kann ja mal passieren. Doch was den beiden wiederfährt, ist dann doch ein wenig spektakulärer. Denn in ihrer Wohnung ist rein gar nichts mehr. Keine Möbel, keine Teppiche, keine Bücher, keine Stereoanlage. Es ist schlicht und einfach NICHTS mehr vorhanden. Nicht ein einziges Drum haben die Diebe da gelassen. Hier beginnt also diese unheimlich komische wie auch gleichzeitig tragische kleine Geschichte. Denn man muss sich das Ganze einmal vorstellen, man kommt nach einem netten Abend heim und muss feststellen, dass rein gar nichts aus seinem Leben mehr vorhanden ist. Und diese Grundidee des Buches fand ich einfach fabelhaft.

Wie es weiter geht, möchte ich eigentlich gar nicht verraten. Nachdem das Buch mit seinen gerade einmal 90 Seiten recht schmal ist, würde jedes zu viel gesagte Wort das Leseerlebnis beinträchtigen. Ein paar Kleinigkeiten sollen aber trotzdem erlaubt sein ...
Jedenfalls kommt es zu einigen aberwitzigen Situationen. Man stelle sich nur vor: Herr Ransome möchte natürlich die Polizei von dem Einbruch in Kenntnis setzen. Doch so einfach zum Telefon greifen geht natürlich nicht. Er muss runter auf die Straße um eine öffentliche Telefonzelle zu suchen. In der Zwischenzeit kommt Frau Ransome der Gedanke, schon einmal alles Fehlende für die Versicherung aufzuschreiben. Doch wie nur, wenn man weder Stift noch Papier hat. Als Herr Ransome wieder zurück in der Wohnung ist, muss er dringend auf die Toilette. Sehr bald bemerkt er, dass er ja kein Klopapier mehr hat ...

Alan Bennett haben wir diese wunderbare kleine Geschichte zu verdanken. Ihm, dass er sie geschrieben hat, und dem Wagenbach-Verlag, dass er das Buch in einer wunderbar in Leinen gebundenen Ausgabe neu veröffentlicht hat. Dieses Buch ist, ohne zu übertreiben, ein kleines Meisterwerk. Man sollte es gelesen haben. Und das Schöne daran, man benötigt gar nicht viel Zeit dafür. Also warum nicht mal einen Abend lang die Glotze auslassen, um sich diesem wunderbaren Buch zu widmen? Belohnt wird man mit Literatur, die den Leser zum einen sehr oft schmunzeln lässt, es ist also ein sehr unterhaltsames Werk. Zum Anderen findet man mit "Cosi fan tutte" aber auch einen Text, der zum Nachdenken anregt. Was würden wir in solch einer Situation tun? Wenn einem rein gar nichts mehr geblieben ist? Wie gestaltet man den Neuanfang? Wird womöglich am Ende alles besser, wenn man sich einmal von dem alten Trott befreit hat? Und wenn es nur zwangsweise ist, so wie im Falle von Familie Ransome? All diese Gedanken, und noch viele mehr, gingen mir während des Lesens durch den Kopf. Und am Ende war ich wirklich sehr sehr angetan von dieser kleinen, leisen Geschichte. Und dieses Erlebnis wünsche ich noch vielen anderen Lesern ...

[bs | mai 2004]

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BEWERTUNG: *****